ANATOL

von Arthur Schnitzler

"Anatol: Ich habe es ihr aufrichtig gesagt, gleich - , ganz zu Anfang ... wie wir uns ewige Liebe schwuren: - wer von uns eines schönen Tages spürt, daß es zu Ende geht - sagt es dem andern rund heraus ...
Max: Ah, das habt ihr in dem Augenblick ausgemacht, wo ihr euch ewige Liebe schwurt ... sehr gut!"



Premiere: 22. März 2012 im Möbelgeschäft Sichel Home in Howald


Anatol ist ein unwiderstehlicher Typ. Ein charmanter Beau, der viel Wert auf sein Erscheinungsbild und seine Wirkung auf andere legt. Er hat mit seiner dekorativen Melancholie und seinem exquisiten Lebensstil enormen Erfolg bei den Frauen. Mit einer gewissen oberflächlichen Lässigkeit verführt, liebt und verlässt er seine wechselnden Gespielinnen. Er, der die Kunst der Verführung, inklusive Ehebruch, Untreue und Verrat mit Leichtigkeit beherrscht, fürchtet jedoch, dass gerade die Frauen von Natur aus untreu seien. Langsam aber sicher verwirren sich die zahlreichen Verabredungen und Verpflichtungen. Max, ein cooler Pragmatiker und bester Freund Anatols, bewahrt diesen immer wieder knapp vor dem Chaos und begegnet Anatols Treiben mit Ironie und Zynismus.

Die kurzweilige psychologische Komödie des Österreichers Arthur Schnitzler aus dem Jahr 1892, die um das Thema Liebe kreist, besteht aus unverbundenen Einaktern, deren einzelne Episoden pointiert und witzig sind. Sie handeln von umtriebigen Männern und Frauen, von Verführung und Sehnsucht, von Eifersucht und Betrug; von all dem also, was uns Menschen täglich beschäftigt, berührt, verärgert aber auch amüsiert.

Das außergewöhnliche Konzept der Aufführung besteht darin, die einzelnen Szenen in bereits vorhandenen "Bühnenbildern" im Möbelgeschäft "Sichel Home" zu spielen. Ein solcher Ort, der extravagante moderne Wohn- und Lebenswelten inszeniert, bietet sich als Theaterschauplatz für ANATOL geradezu an. Hatten Sie noch nie dieses seltsame Gefühl, dass man in einem Möbelgeschäft wohnen könnte?

Theater im Möbelhaus macht Spaß: Überall Stühle, Sessel, Betten und Chaises Longues: Das Hin- und Herziehen von einer Station zur nächsten und die Interaktionen zwischen Schauspielern und Publikum machen den Abend noch kurzweiliger, als er eh schon war. Sehenswert!
(Tageblatt)

Nicht zum ersten Mal hat das Künstlerkollektiv Maskénada innovative Wege in Bezug auf Spielstätten eingeschlagen und zur Idee, dieses Stück in einem Möbelhaus zu präsentieren, kann man einfach nur gratulieren. Diese eleganten Stillleben, Konstruktionen einer idealen Welt, könnte man sich denn eine passendere Bühne für ein solches Porträt der menschlichen Eitelkeiten vorstellen?
(WOXX)


Regie: Marion Rothhaar
Regieassistenz: Jacques Schiltz
Kostüme: Katharina Pohlheim
Produktionsleitung: Angélique D'Onghia
Mit: Markus Bader, Alexandra Bentz, Nickel Bösenberg, Sascha Ley, Jacques Schiltz