Die gesammelten verloren geglaubten Werke von Samuel Beckett

von Greg Allen, Ben Schneider, Danny Thompson

'' ….Absurd, sagen Sie? …. ''

Premiere Luxemburg: 21. Oktober 2006, Abtei Neumünster
Premiere Österreich: 9. November 2006, Schwechat

In einer Mülltonne in Paris in einem (teilweise versengten) Umschlag aufgefunden. Mit dem Hinweis "Achtung! Darf niemals aufgeführt werden. Nur über meine Leiche! Nie! Niemals! Noch aus dem Grabe heraus mach ich Euch fertig". Geschrieben von Samuel Beckett (aller Wahrscheinlichkeit nach). Gefunden von Remi Brandner, Valter Rado und Mike Tock. Und zwar in der vorerwähnten Mülltonne, als sie (irgendwann einmal) in Paris waren.

Hinter diesem Projekt steckt mehr als Parodie: Die Zumutungen von Becketts Spätwerk sind durchaus spürbar, wenn auch karikaturistisch verfremdet. Der Bruch zwischen den gefakten "Beckett-Stücken" und der Rahmenhandlung macht einen Raum frei, um darin das Existenzielle Becketts zu reflektieren: Alle Beckettschen Figuren beziehen einen Großteil ihrer Komik aus der Tatsache, dass sie verzweifelt versuchen, ein "normales" Leben aktuell oder aus der Erinnerung heraus zu führen, dieses aber angesichts des Abgrundes, des Todes, angesichts des Nichts, vor dem sie stehen, nicht leben können. Gespiegelt wird diese Verzweiflung auch in dem Versuch, die an sich unspielbaren oder unzumutbaren Beckettschen Werke angemessen aufzuführen.

Bildhafte Zitate aus echten Beckett-Werken - zum Beispiel aus Endspiel oder Warten auf Godot - und eine eigens für diese Inszenierung komponierte Musik von Serge Tonnar - live performed - machen aus dem Abend eine absonderliche Hommage an den Meister zu dessen 100. Geburtstag und einen wunderbaren Spaß, der Samuel Beckett in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt.

Ce qui nous est montré, c'est le désespoir humain et la volonté d'y survivre dans un monde incompréhensible. En pointant la cécité des enthousiasmes à visée thérapeutique, comme dans Oh, les beaux jours!, ou en montrant, comme Maskénada, l'implacabilité du monde en marche, des répétitions inéluctables.
(Le Jeudi)


Raum und Regie: Johannnes C. Hoflehner (A)
Mit: Remi Brandner (A), Valter Rado (D/I), Mike Tock (L)
Musik: Serge Tonnar (L) mit Marc Demuth (L) und Max Thommes (L)
Assistenz: Ben Bauler (L)
Licht: Thomas Nichtenberger (A)
Kostümassistenz: Peggy Wurth (L)

Luxemburgische und österreichische Erstaufführung

Eine Koproduktion mit dem Theater Forum Schwechat in Zusammenarbeit mit dem CCRN