Bombsong

von Thea Dorn

Eine multimediale Performance

Premiere: 7. Januar 2009 im Theaterzelt des Escher Theaters

2010 Gastspiel bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen (Fringefestival)

Thea Dorns Bombsong ist der spannende Monolog einer Frau, die über den Zustand der Gesellschaft sinniert, während sie sich auf ihr Selbstmordattentat vorbereitet. Die poetische wie auch brisant sozialphilosophische Studie wirft einen scharfen Blick auf das Individuum unserer satten westlichen Gesellschaft am Anfang des 21. Jahrhunderts. Bombsong untersucht das Bedürfnis nach Sinn, Bedeutung und Menschlichkeit in einer Welt, die immer organisierter und kontrollierter erscheint, und dabei dem Menschen in seinem Innern mehr und mehr das Gefühl der Ohnmacht wachsen lässt.
Den ursprünglich von Thea Dorn als Hörspiel konzipierten Monolog überträgt Frédéric Frenay in eine multimediale Inszenierung. Er untersucht den Gedankenfluss einer Frau, die ihrem Vorbild der Jungfrau von Orléans folgend, versucht, die Gesellschaft notfalls mit Gewalt vor sich selbst zu retten.

Frenays Regiearbeit erweist sich als atmosphärisch extrem verdichtete, abwechslungsreiche Geisterfahrt. Die multimediale Bandbreite der (audiovisuellen) Mittel stilisiert die Inszenierung zur psychoanalytischen Tauchfahrt in den mentalen Abgrund der Täterin. Getragen von der Darstellerin Sascha Ley, die Thea Dorns Selbstmordattentäterin virtuos verkörpert.
(D'Lëtzebuerger Land)

Die Inszenierung von Frédéric Frenay (…) lässt sich ganz auf den Text ein, reisst ihn auf, sticht hinein, überhöht ihn, entlarvt ihn, jagt ihn über Rhythmusmaschinen. Eine atemlose Stunde, in der man nie weiss, ob die Streichhölzer, die gerade gezündet werden, die Szenerie erhellen oder in die Luft sprengen.
(Trierischer Volksfreund)



Darstellerin: Sascha Ley
Inszenierung: Frédéric Frenay
Dramaturgie: Olivier Garofalo
Choreografie: Gianfranco Celestino
Kostüm: Ulli Kremer
Video: Jean-Paul Frenay
Bühnenbild: Ralph Waltmans
Licht: Karim Saoudi
Produktionsleitung: Rielle Kayser-Kill

Eine Koproduktion mit dem Théâtre d'Esch.