Fräulein Else & Leutnant Gustl

von Arthur Schnitzler

in einer Theaterfassung von Boris C. Motzki
"Niemals.
Nie werde ich mich verkaufen. Ich schenke mich her.
Ein Luder will ich sein, aber nicht eine Dirne."
Fräulein Else


Premiere: 12. Juli 2014 im 5 Sterne Hotel "Le place d'Armes"

Die 19-jährige Else ist vor die Wahl gestellt: Entweder sie zeigt sich dem reichen Kunsthändler Dorsday für 15 Minuten "nur von Sternenlicht bekleidet" - also splitternackt - oder ihr Vater, ein Staranwalt, der Gelder veruntreut hat, ist gesellschaftlich und finanziell ruiniert. Einen ganzen Abend lang überlegt sie, hadert, zaudert und wägt ab. Das Psychodrama - Elses innerer Kampf - der zwischen Scham und Aufopferungsbereitschaft, zwischen Individualität und gesellschaftlichen Erwartungen schwankt, nimmt seinen tödlichen Lauf.

Gustl ist ein forscher junger Mann, der, um seine Ehre und gesellschaftliche Stellung bangend, mit sich selbst ringt. Im Anschluss an ein langweiliges Konzert gerät er an der Garderobe in Streit mit einem Bäckermeister. Aus einer kleinen Rempelei wird für den standesbewussten Offizier sofort eine Ehrenangelegenheit und da er sich mit dem gesellschaftlich Niedrigeren nicht duellieren kann, sieht Gustl keine andere Wahl, als den Dienst zu quittieren oder sich am nächsten Morgen zu erschießen.

Nach dem großen Erfolg von Anatol im Jahr 2012 im Möbelhaus "Sichel Home", inszeniert Marion Rothhaar einen weiteren Schnitzler-Abend außerhalb des Theaterraums. Stilgerecht spielt der erste Teil Fräulein Else in der Lobby des 5 Sterne Hotels "Le Place d'Armes". Nach einer Pause streifen die ZuschauerInnen gemeinsam mit Leutnant Gustl durch die nächtliche Stadt: Eine Reise in Schnitzlers Denk- und Gefühlswelt, die gnadenlose Einblicke in die menschliche Seele - mit ihren Ängsten und Lebensluügen - gibt, zeitlos und dabei von erstaunlicher Modernität.

Marion Rothhaar inszeniert Schnitzlers Novellen sehr publikumsnah, sehr zeitnah.
(...) Sie bezieht das Publikum in das Geschehen mit ein, es wird zum Gesprächspartner ihrer beiden Protagonisten, für die ihre Wahl der Schauspieler nicht besser hätte passen können.
(Tageblatt)

Das beim Rundgang durch die Straßen der Hauptstadt bei zahlreichen Passanten gehörte "Ass dat Theater?" dürfte demnach mit "Fräulein Else & Leutnant Gustl" eine ebenso einfache wie klare Antwort finden: "Jo, an zwar genee esou wéi e soll sinn!"
(Luxemburger Wort)



Mit Larisa Faber in der Rolle der Else
und Max Thommes als Gustl
Musik und Choreografie: Gianfranco Celestino
Regie: Marion Rothhaar
Regieassistenz: Elisabeth Koch
Ausstattung: Laurie Lamborelle
Makeup: Jasmine Schmit
Produktionsleitung: Dani Jung