Fräulein Else & Leutnant Gustl

von Arthur Schnitzler

in einer Theaterfassung von Boris C. Motzki

"Niemals.
Nie werde ich mich verkaufen. Ich schenke mich her.
Ein Luder will ich sein, aber nicht eine Dirne."
Fräulein Else

 

Nach dem großen Erfolg 2014 mit durchweg ausverkauften Vorstellungen und hervorragenden Kritiken gibt es in diesem Jahr eine Wiederaufnahme von "Fräulein Else & Leutnant Gustl".

Der erste Teil "Fräulein Else" spielt stilgerecht in der Lobby des 5 Sterne- Hotels "Le Place d'Armes". Nach einer Pause streifen die Zuschauer gemeinsam mit "Leutnant Gustl" durch die nächtliche Stadt: eine Reise in Schnitzlers Denk- und Gefühlswelt, die gnadenlose Einblicke in die menschliche Seele mit ihren Ängsten und Lebenslügen gibt, zeitlos und dabei von erstaunlicher Modernität.

"Fräulein Else"

Die 19jährige Else ist vor die Wahl gestellt: entweder sie zeigt sich dem Kunsthändler Dorsday für 15 Minuten nackt oder ihr Vater, ein Staranwalt der Gelder veruntreut hat, ist ruiniert. Einen ganzen Abend lang überlegt sie, hadert, zaudert und wägt ab. Als letzter Ausweg ist da immer noch das Beruhigungsmittel auf ihrem Nachttisch im Hotelzimmer. Ihre Gedanken überschlagen sich, sie erträumt sich mögliche Lösungen und hofft auf einen positiven Ausgang. Doch sie weiß, dass sie eine Entscheidung treffen muss... Das Psychodrama - Elses innerer Kampf zwischen Scham und Aufopferungsbereitschaft, zwischen Individualität und gesellschaftlichen Erwartungen - nimmt seinen tödlichen Lauf.

"Leutnant Gustl"

Nach einem Konzert gerät Gustl in Streit mit einem Bäckermeister. Aus einer kleinen Rempelei wird für den standesbewussten Offizier gleich eine Ehrenangelegenheit. Da er sich mit dem gesellschaftlich Niedrigeren nicht duellieren kann, sieht Gustl keine andere Möglichkeit als den Dienst zu quittieren oder sich am nächsten Morgen zu erschießen. In der Nacht streift er durch die Stadt und wägt ab zwischen Schande oder Freitod. Am nächsten Morgen hat er einen Entschluss gefasst... Durch Gustls Gedankenstrom entlarvt Schnitzler die Hohlheit des Ehrbegriffs und hinter dem Porträt des Leutnants erscheint das Bild eines oberflächlich- substanzlosen, auf Anerkennung fixierten Menschen, dessen Individualität komplett unterdrückt ist.
 
Marion Rothhaar inszeniert Schnitzlers Novellen sehr publikumsnah, sehr zeitnah.(...) Sie bezieht das Publikum in das Geschehen mit ein, es wird zum Gesprächspartner ihrer beiden Protagonisten, für die ihre Wahl der Schauspieler nicht besser hätte passen können. (Tageblatt)
Das beim Rundgang durch die Straßen der Hauptstadt bei zahlreichen Passanten gehörte "Ass dat Theater?" dürfte demnach mit "Fräulein Else & Leutnant Gustl" eine ebenso einfache wie klare Antwort finden: "Jo, an zwar genee esou wéi e soll sinn!"(Luxemburger Wort)


Mit Larisa Faber in der Rolle der Else
und Max Thommes als Gustl
Musik und Choreografie: Gianfranco Celestino
Regie: Marion Rothhaar
Regieassistenz: Elisabeth Koch
Ausstattung: Laurie Lamborelle
Makeup: Jasmine Schmit
Produktionsleitung: Dani Jung

Vorstellungen in der Lobby des Hotels
Le place d'Armes,
18 place d'Armes,
L-1136 Luxemburg

Premiere:
Do 03/09/15 - 20:00

Weitere Vorstellungen:
Fr 04/09/15 - 20:00
Sa 05/09/15 -20:00
So 06/09/15 - 16:00 und 20:00

Dauer: 2 Stunden mit Pause

Tickets:

Die Vorstellungen sind ausverkauft. Melden Sie sich bitte unter der Telefonnummer 27489382, falls Tickets wieder frei werden.

 
Mit der freundlichen Unterstützung des Kulturministeriums und des Hôtel Le Place d'Armes.