Engelmann

Monolog von André Link
In deutscher Sprache

Premiere: 20. November 2004, Saal Charles Arendt – Schloss Vianden
Nationale Tournee 2005

Das Stück lehnt sich in freier, nicht streng biographischer Form an das Schicksal von René Engelmann (1880-1915) an. Der gebürtige Viandener Engelmann, Gymnasiumsprofessor in Diekirch, in Fachkreisen als Literat geschätzt und wegen seiner Geselligkeit allgemein beliebt, war gerade zwei Wochen verlobt, als man ihn 1915 aufgehängt in seiner Wohnung fand.
Über die Motive des Selbstmords ist viel spekuliert worden, das Stück lässt diese Frage jedoch offen und konzentriert sich eher auf die desillusionierte, depressive Grundhaltung Engelmanns, die aus seinen hinterlassenen Schriften hervorgeht. Hinter der jovialen Fassade verbirgt sich ein nagender Lebensüberdruss. Dazu tragen Zweifel an seinem literarischen Talent, vor allem aber die Beengung im provinziellen Diekirch bei. Obwohl er bei allen Vereinen fleißig mitmischt, also sich anzupassen sucht, fühlt er sich als Außenseiter. Über den Skeptizismus und die Desillusionierung hinaus entspricht das Stück einem Plädoyer für das Recht, anders zu sein.

Presse:
Claude Mangen verkörpert die Figur auf beeindruckende Weise: brillant und sensibel, entschlossen und zögernd, offen und nach innen gekehrt …..Der Text von André Link legt den Akzent auf das Suggestive und Pittoreske und trifft auf Claude Mangens Know-How und Charles Mullers kritischen und verständnisinnigen Blick, während es den Szenen und Figuren eine Form verleiht und eine erstaunliche Spannung aufrecht erhält.
(le Jeudi)

Charles Muller hat bei seiner Inszenierung André Links Text auf überaus feinfühlige Art bühnenwirksam umgesetzt….In dem etwas mehr als einstündigen Stück gelingt es Claude Mangen mit ungemeiner Sensibilität, schauspielerischer Ausdrucksstärke und innerem Engagement, die facettenreiche, tiefgründige Persönlichkeit des innerlich zerrissenen René Engelmann überaus lebensecht und temperamentvoll-stimmig zu vermitteln.
(Luxemburger Wort)


Inszenierung: Charles Muller
Bühnenbild und Kostüm: Dagmar Weitze
Produktionsleitung: Joël Seiller
Technik: Yo Cestroni

Darsteller: Claude Mangen